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Zwischenupdate aus Südamerika

  • Autorenbild: mariessouljourneys
    mariessouljourneys
  • 20. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

„Alles gut bei dir? Man sieht oder liest gar nichts mehr von dir.“

Habe ich nun mehrfach lesen dürfen.

Zu Recht, mein letzter Beitrag aus Japan wurde im Oktober verfasst, danach folgte bisher nichts.

In Kurzfassung: mir geht es gut.


In Langfassung: mich beschäftigt aktuell recht viel. Ich habe mir sehr viel vorgenommen für meine Reise. (Wie so oft!) Sollte es doch auch zwischendrin Tage geben zur Erholung, zur Pause oder um das aufzuholen, was in den letzten Wochen alles passiert ist.

Das sagt sich aber leichter, als es in Wahrheit umgesetzt ist.

Aus Japan ging es nach Thailand, dessen Aufenthalt ich dort leider im Krankenhaus beenden musste (Rotavirus, nicht schön). An diesem Beitrag hänge ich immer noch. Vermutlich lässt sich über jeden einzelnen Besuch in jeweiligen Land ein eigenes Buch schreiben.

Anschließend Singapur, Australien, welches mich echte positiv überrascht hat, und Neuseeland, wo ich Weihnachten und Silvester verbracht habe und insgesamt gut 6000km mit (m)einem Camper abgerissen habe..

Von dort über den Südpazifik nach Buenos Aires und direkt zur argentinischen Seite von Patagonien.

Und seit letzter Woche bin ich in Chile, ebenfalls Patagonien. Hinter mir liegt der W-Track im Torres del Paine Nationalpark, wo alles gnadenlos überteuert ist, aber auch gleichzeitig so wunderschön ist.

Ich habe nun den Zenit meiner Reise überschritten. Die Tage werden nun wieder weniger, bis es wieder nach Hause geht. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich in der letzten Zeit nicht auch mal wieder auf das vertraute Zuhause gefreut habe.


Bei meinen ganzen Erlebnissen kommt aber eines mal wieder zu kurz: Pause. Auftanken. Aufholen. Verarbeiten.

Andererseits: jetzt bin ich ein Mal schon mal hier, am anderen Ende der Welt (von Europa aus gesehen), jetzt möchte ich auch etwas sehen.

Zumindest so mein Tenor während der letzten Wochen.

Und so kommt es, dass ich seit November kaum bis keine Fotos von der Kamera übertragen, geschweigedenn angesehen habe. Ich habe in Ozenanien unfassbar viel gesehen und erlebt, und genauso voll sind Speicherkarten oder die Mediathek in meinem Handy.


Stattdessen hinterfrage ich gerade sehr vieles in Punkto Reisen:

Was will/ soll/ darf ich auf Social Media oder meinem Blog teilen? Wie viele Leute lesen sich wirklich eine Thesis von mir durch, wo ich von meinen Erlebnissen aus einem Land berichte?

Was davon mache ich wirklich für mich selbst und was entsteht aus eine Pflichtgefühl heraus?

Weil man das eben so macht mit dem Posten, wenn man unterwegs ist…

Ich erinnere mich an Reisen, wo man abends gut eine Stunde damit beschäftigt war, aus hunderten Fotos und Videos die besten 20 auszuwählen und kunstvoll in viel zu kleine Rahmen zu quetschen, um sie anschließend in Stories hochzuladen, die pünktlich nach 24h wieder verschwinden.

Also nach 3 Wochen Reise fast ein ganzer Tag, den man nur am Handy hing, um anderen zu zeigen, was man gerade so erlebt hat.

Will ich das so weiter / wieder machen? Für wen machen wir das eigentlich?


Noch dazu werden die Erinnerungen mittlerweile etwas schwammig, da es ein paar Tage her ist. Mit jedem neuen Tag und jedem neuen Erlebnis werden die detaillierten Erinnerungen an die vergangenen Tage immer schwächer.


Was ist mit den ganzen Bildern und Videos?

Es kostet alles sehr, sehr viel Zeit, Bilder und Videos durchzusehen, auszuwählen, nachzubearbeiten, zurecht zu schneiden und in meine Form zu pressen, etc.

Also was mache ich mit meiner freien Zeit? Gepäck aufräumen, Wäsche waschen, die weitere Reise planen, weiter Spanisch lernen oder mich dem Thema Schreiben und Bilder Zurechtzumachen widmen, wobei der Stapel mit der Zeit immer größer und unattraktiver wird…

Oft ist es gar nichts von alledem. Ein kleiner Smalltalk mit Fremden im Hostel wird zum Gespräch über Gott und die Welt, am Handy herum scrollen wird plötzlich interessanter oder durch sonst was schwindet plötzlich die Zeit im Nu.

Etliche unbeantwortete Chats schlummern unterdessen bei WhatsApp & co. Manche davon werden irgendwann in Form eines „Podcasts“ beantwortet, wenn ich gerade irgendwo von A nach B gehe.


Ich will aber auch nicht während meiner Reise nur am Handy oder Laptops hängen, sondern die Länder erleben, durch die ich gerade reise.


Also mache ich stattdessen weiter mit Fotografieren, Videografieren, plage mich nebenher mit einem schlechten Gewissen von Pflichten, die ich mir selbst aufgebürdet habe und reise weiter und weiter und weiter…

Vielleicht komme ich irgendwann dazu, das aufzuholen, was da noch schlummert.

Vielleicht bringe ich es auf einem anderen Wege unter oder ein.

Vielleicht lasse ich das Projekt „Reiseblog“ aber auch einfach erst einmal sein.

Ich mache die Reise schließlich für mich und nicht für Social Media.


Nachfolgend ein paar Fotos der Highlights von Oktober bis heute






 
 
 

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